ABC des Marxismus: A wie ArbeiterInnenklasse

Zu Beginn des 21.Jahrhunderts manifestiert sich die Perspektive einer sozialistischen Gesellschaft in Form eines drei Milliarden Menschen umfassenden Proletariats. Dieses ist durch die Existenz des „doppelt freien Arbeiters“ (Marx) gekennzeichnet: Im Gegensatz zu früheren, arbeitenden Klassen (Sklav*innen, Leibeigene) ist es frei von allgemeinem juristischem Zwang, sich Autorität und Ausbeutung zu unterwerfen. Im Gegensatz zur herrschenden Klasse ist es jedoch genauso frei von jedwedem Besitz an Produktionsmitteln, außer seiner eigenen Arbeitskraft, so dass ihm innerhalb des Kapitalismus keine klassen-umfassende Alternative zur „freien“ Unterwerfung unter Lohnabhängigkeit bleibt.

Was die modernde Arbeiter*innenklasse jedoch außerdem von ihren historischen Vorgängerinnen unterscheidet, ist ihr materielles Potential. Sie produziert als Klasse allen Reichtum arbeitsteilig auf Grundlage ungeheurer Produktivkräfte. Der Kapitalismus hemmt deren volle Entfaltung inzwischen jedoch stetig in Form von Krisen, Kriegen und einer allgemein planlos-destruktiven Wirtschaftsordnung. Neben seiner krisenhaften Realität ist es dem Kapitalismus jedoch ebenso eigen, das Proletariat als Antwort auf eine ewig zyklische, relative Verelendung zur gewerkschaftlichen und schließlich zur politischen Organisation zu treiben. So ist es die moderne Arbeiter*innenklasse, welche den aktuellen Widerspruch zwischen einer gesamtgesellschaftlich-arbeitsteiligen Produktion und dem Privateigentum an Produktionsmitteln einer schmalen Klasse von Kapitalist*innen, in Form einer demokratisch geplanten Wirtschaft progressiv aufheben kann. Der Kapitalismus kann also nur die ArbeiterInnenklasse überwunden werden, durch Vergesellschaftung der gesamten Wirtschaft unter einem rätedemokratischen Arbeiter*innenstaat.

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