ABC des Marxismus: E wie Eigentum

Die Geschichte des Privateigentums ist die Geschichte der Ausbeutung und Unterdrückung. Doch es geht nicht um die Geschichte irgendeines Privateigentums; es geht um jenes an den Produktionsmitteln.

Mit Aufkommen der Viehzucht, unter Verwaltung der Männer, begann das Ende des Matriarchats und damit die Unterdrückung der Frau. Es entstand Sklavenarbeit, später die mittelalterliche Fronarbeit und heute die bürgerliche Lohnarbeit. Diejenigen, die die Produktionsmittel besaßen, beuteten jene aus, die keine hatten. Dieses Verhältnis ist heute das von Bourgeoisie und Proletariat.

Es ist keine offensichtlich auf Gewalt basierende Ausbeutung mehr, sie wirkt mehr wie ein freiwilliges Miteinander. Doch dadurch, dass das Proletariat keine Produktionsmittel besitzt, ist es gezwungen, die einzige Ware zu verkaufen, die es hat: seine Arbeitskraft. Diese Arbeitskraft erzeugt mehr Wert, als ein*e Kapitalist*in für sie bezahlen muss. Dieser Mehrwert des*r Unternehmers*in, produziert vom*von der Arbeiter*in, ist sein*ihr Profit. Arbeiter*innen erhalten für ihre Arbeit also weniger, als diese Wert ist. In Zeiten der Zuspitzung des Klassenkampfes wird deutlich, dass das scheinbar gewaltfreie Verhältnis beider Klassen doch nur eine Illusion ist: Wenn Polizist*innen versuchen, Streiks aufzulösen oder besetzte Betriebe zu räumen. Die durch den Profitzwang des Kapitals erzeugten Wirtschaftskrisen werden immer zulasten der Arbeiter*innenklasse versucht zu bekämpfen. Folgen sind unter anderem sinkende Löhne und Kürzungen im Sozialsystem. Das Proletariat zeigt mit Streiks und Demonstrationen immer wieder, dass es kein Interesse am Fortbestehen dieser Ausbeutung hat. Um diese zu Überwinden, muss es die Produktionsmittel der Bourgeoisie enteignen und die Wirtschaft unter seine eigene demokratische Kontrolle stellen.

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3 Gedanken zu “ABC des Marxismus: E wie Eigentum

    1. Stimmt, es geht mehr um einige Folgen des Eigentums.
      Also ich für meinen Teil würde folgende Definition geben:

      Eigentum ist ausschließendes Nutzungsrecht. Es erlaubt die Erpressung derer, die von der Nutzung ausgeschlossen sind. Die im Alltag auffälligste Form dieser Erpressung sind die Preise.

      Am schlimmsten ist das Privateigentum an Produktionsmitteln, weil unter dessen Regime die gemeinsame Arbeit aller durch Privatinteressen geleitet wird und Produkte hervorbringt, die Privateigentum sind. So entsteht die Trennung zwischen dem arbeitenden Menschen und dem Produkt dieser Arbeit. Oder um es provokanter auszudrücken: Obwohl ein Auto das Produkt globaler Arbeitsteilung ist, bestimmen die millionen beteiligten Arbeiter*innen weder was sie produzieren, noch wie oder gar wozu/für wen.
      Sie bestimmen auch nicht, wer überhaupt „beteiligte*r Arbeiter*in“ sein darf und wer Arbeitslos und damit (heutzutage) Einkommenslos bleibt.

      Und dann würde ich noch behaupten, dass vor allem der Staat der Garant des Eigentumsrechts ist.

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