SlutWalk 2012: Wie weiter?

Sie hat sich nicht genug gewehrt“, so urteilten Richterin und Staatsanwältin kürzlich gegenüber einer jungen Frau, die ihren Vergewaltiger vor die bürgerliche Justiz gebracht hatte.

Solche Verharmlosungen sexualisierter Gewalt sind so häufig, dass sie nur in seltenen Fällen als solche erkannt werden. Wohl bekanntestes Beispiel: „Sie sollten sich eben nicht wie Schlampen anziehen.“ Gegen solche Verharmlosungen sexualisierter Gewalt entstand 2011 die Protestbewegung „SlutWalk“. Weltweit gingen zehntausende Frauen mit Parolen auf die Straße, wie: „Vergewaltigung gibt es nicht erst, seit es Miniröcke gibt.“

So auch am 15. September in Berlin. Wurden dort letztes Jahr noch 3.500 Menschen mobilisiert, waren es dieses Mal nur noch 1.000. Dabei hat das Thema selbst nichts an Brisanz verloren. Jedoch stößt der SlutWalk an die Grenzen seiner bisherigen politischen Perspektive. Während der Demo wurde politischen Organisationen verboten, ihre Fahnen zu entrollen. Dieses undemokratische Vorgehen schränkt die Diskussion über emanzipative Perspektiven ein und schadet somit dem Anliegen des SlutWalks selbst. Weiter gehende politische Themen, wie rassistische Inhalte des bürgerlichen Feminismus in dem bei den Kundgebungen erwähnten Film „Femme de la Rue“, wurden nicht angesprochen, als ob Frauenunterdrückung unabhängig von anderen Formen der Unterdrückung existiere.

Auch hätte die Weltwirtschaftskrise benannt werden müssen. Die Prekarisierung trifft vor allen anderen die Frauen der lohnabhängingen Bevölkerung. Die Ungleichheit im Einkommen bedingt die Ungleichheit in der Familie. Der Zusammenhang zwischen Kapitalismus und Frauenunterdrückung bewies sich erst kürzlich und mit Nachdruck für 25.000 Schlecker-Arbeiterinnen.

Ohne eine Perspektive der Überwindung des Kapitalismus kann Frauenunterdrückung nicht wirksam bekämpft werden. Lasst uns darüber diskutieren, wie diese beiden Ziele vereinigt werden können.

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