Kämpfe der Geflüchteten: Bericht aus Hamburg

lampedusa-hamburg-5

von Hovhannes Sturmvogel, FU Berlin, Jura

Am 5.Juli versammelten sich in Hamburg rund 2000 Demonstrierende, um für die Rechte der Refugees zu demonstrieren. Dabei ging es in erster Linie um die Bewilligung der Arbeits- und Aufenthaltserlaubnis durch den Hamburger Senat. Angeführt wurde der Demonstrantionszug dabei von den Refugees selbst, welche auch mit lautstarken Parolen auf sich aufmerksam machten. Die Demo, die am Hauptbahnhof begann und entlang der Alster dann eine etwas längere Pause am Rathaus (dem Sitz des Hamburger Senats) einlegte, wurde auch von vielen Familien bei bestem Wetter begleitet und unterstützt.
Da viele Lampedusa-Refugees auch in der Gewerkschaft ver.di organisiert sind, war dementsprechend auch ein Lautsprecherwagen der ver.di-Jugend vertreten – ebenso machten die Refugees selbst oft darauf aufmerksam, dass sie sich zur Arbeiter*innenklasse zählen, weshalb sie besonders nachdrücklich die Anerkennung der in Italien ausgestellten Arbeits- und Aufenthaltserlaubnisse verlangten. Sie betonten, dass sie Berufe wie Elektriker*innen, Maler*innen oder Eisenbinder*innen ausüben können und wollen. Es ist dabei nur konsequent, dass sie gewerkschaftlich organisiert dafür kämpfen und in Verbindung mit der Arbeiter*innenklasse in Deutschland ihre Rechte einfordern. Dabei wurde auch in einem Redebeitrag gefordert, dass die Gewerkschaften der Kampf der Refugees noch stärker unterstützen müssen – auch angesichts feiger bürokratischer Hürden seitens des ver.di-Vorstandes, welcher den Refugees die Mitgliedschaft in der Gewerkschaft nicht anerkennen will, da sie keine deutsche Arbeitserlaubnis haben. Gegenüber dieser heuchlerischen Argumentation setzen wir die internationale Solidarität aller Arbeiter*innen über alle Landesgrenzen hinweg entgegen und fordern nicht nur die Anerkennung der Gewerkschaftsmitgliedschaft, sondern ebenso konsequent die sofortige und bedingungslose Anerkennung der Arbeits- und Aufenthaltserlaubnisse!
Nach vielen weiteren Redebeiträgen setzte sich der Demonstrationszug wieder in Gang Richtung Karolinenviertel, wo nach Abschluss der DGB-Demo vom 1.Mai eine ehemalige Schule in der Laeiszstraße zum Refugee Welcome Center ausgerufen wurde. Dieser war auch der Endpunkt der Demo, wobei auf dem Weg dorthin die Demo auch die Solidarität der hiesigen Anwohner*innen erfuhr, die Transpis wie „Kein Mensch ist illegal“ an ihren Wohnungen festgemacht hatten. Es ist weiterhin notwendig, mit der gleichen Dynamik der Kampf weiterzuführen und für die Rechte der Refugees mit weiteren Streiks und Massenaktionen einzutreten, damit auch dem letzten Menschen klar wird:

Lampedusa in Hamburg – they are here to stay!<a

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