Solidarität mit den Streiks der GdL!

gdl-600x366

//  Studentische Unterstützung für  die Lokführer*innen //

von Hovhannes Sturmvogel, FU Berlin. Rechtswissenschaften

Am vergangenen Freitag versammelten sich mit Schildern und Trillerpfeifen mehrere hundert Lokführer*innen und Zugbegleiter*innen der „Gewerkschaft deutscher Lokführer“ (GdL) für eine Kundgebung direkt vor dem „Bahn Tower“ am Potsdamer Platz, um für bessere Arbeitsbedingungen und eine um zwei Stunden verkürzte Arbeitszeit. Bereits am Donnerstag um zwei Uhr hatte der Streik, der als der längste in der langen Geschichte der Deutschen Bahn angekündigt wurde, begonnen und sollte ursprünglich bis Montag um vier Uhr fortgesetzt werden1. Die Beschäftigen kämpfen dabei aber auch um ihr Grundrecht auf Streik und gegen eine Allianz aus Politik, Medien und Wirtschaft, die den Streik diskreditieren will.

Doch trotz aller medialer Hetze kamen viele Menschen und Gruppen, die ihre Solidarität ausdrückten. Dabei waren Fahnen der IG Metall, der GEW und von ver.di zu sehen, ebenso wie die Linkspartei. Dazu erklärte Jochen Gester vom Arbeitskreis Internationalismus der IG Metall: „Die Arbeitszeitverkürzung ist ein Anliegen aller Gewerkschafter und die GdL verteidigt das Streikrecht.“ Auch wir von WAFFENDERKRITIK zeigten mit unserem Banner „Studierende in Solidarität mit den Streiks!“ unseren Respekt für diesen Arbeitskampf. Die Stimmung unter den Streikenden war weiterhin kämpferisch, auch weil sie wussten, dass es viel mehr Zustimmung aus der Bevölkerung für ihre Forderungen und ihren Arbeitskampf gibt, als es die Medien suggerieren.. So sagte Kai, ein Zugbegleiter aus Rostock: „Klar sind manche Fahrgäste sauer; aber gestern waren wir am Bahnhof und gut 85% der Menschen äußerten Verständnis für unsere Forderungen.“ Ebenso betonte er, dass das menschliche Miteinander mit den Kolleg*innen der EVG ganz OK sei. Aber: „Nicht umsonst treten wir in die GdL ein, denn die EVG vertritt einfach nicht unsere Interessen.“ Zwar waren es über 500 Streikende, manche von ihnen sogar extra mit Bussen aus verschiedenen Städten nach Berlin gereist, jedoch gelang es der GdL nicht, weitere Mobilisierungen vorzunehmen und etwa eine Demonstration zu veranstalten. Es wurde zwar die kostenlose „Streikzeitung“ verteilt, insgesamt fand aber vor allem unter den Kolleg*innen zu wenig Kommunikation statt. „Es gab Aushänge in den Meldestellen und sonst nichts“, äußerte sich Horst, ein Lokführer der Berliner S-Bahn, zur Mobilisierung für die Kundgebung.

Die zahlreichen Solidaritätsbekundungen wurden als wichtiger Gegenpol zur Diffamierung seitens Politik und Medien wahrgenommen. Diese stellen die Forderungen der Streikenden als unbegründet dar und diffamieren ihren Streik – ihre einzige wirksame Waffe im Kampf gegen einen Milliardenkonzern! – als „unverhältnismäßig“ und „überzogen“. Dabei ist es doch das Wesen eines Streikes, dass er so wirksam wie möglich sein soll!

Die Beschäftigten berichteten außerdem von bis zu zwölf Stunden langen Schichten und teils desolaten Arbeitsbedingungen. Dazu kommt: Im europäischen Vergleich schneiden die Löhne der Lokführer*innen und Zugbegleiter*innen in Deutschland mit am schlechtesten ab. Und das, während die Deutsche Bahn ein Quartal nach dem anderen Gewinne verbucht – kein Wunder, wenn die Beschäftigten ständig Überstunden schieben müssen. Auch deshalb sind ihre Forderungen mehr als legitim und ihr Kampf und dessen Ausgang könnte richtungsweisend sein für die Zukunft der deutschen Arbeiter*innenklasse.

1Mittlerweile wurde der Streik bereits am Samstag, um 18 Uhr beendet.

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s