Sexismus tötet!

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In allen Medien des Landes wurde der Tod der 22-jährigen Tuğçe Albayrak am 26. November betrauert. Nachdem die lebenserhaltenden Maßnahmen beendet wurden, war es traurige Gewissheit, dass sie ihren Mut mit ihrem Leben bezahlt hatte.

Sie hatte an einem frühen Samstagmorgen in einem Schnellrestaurant zwei junge Frauen gegen die sexualisierten Übergriffe einiger Männer verteidigt. Das hatten diese ihr nicht verziehen: Einer überfiel sie wenig später auf dem Parkplatz und fügte ihr tödliche Verletzungen zu.

Politik und Medien reagierten mit unzähligen Beileidsbekundungen. Tuğçes „Zivilcourage“ wurde gelobt, es wird überlegt, ihr posthum das Bundesverdienstkreuz zu verleihen. Doch ihr Tod wurde gleichzeitig auch verharmlost und instrumentalisiert: Ihr Mörder wurde als pubertierender Kleinkrimineller präsentiert, der Vorfall rassistisch ausgeschlachtet. Eine härtere Jugendrechtsprechung wurde beispielsweise von der BZ als „Lösung“ vorgeschlagen.

Doch Tuğçe ist nicht nur Opfer eines Einzeltäters geworden. Sie hat andere Frauen vor sexualisierter Gewalt beschützt und wurde von den Tätern dafür getötet. Sie ist das Opfer sexistischer Gewalt geworden: Sie fiel einer Gesellschaft zum Opfer, die Gewalt gegen Frauen normalisiert, die Männer dazu ermutigt, in Frauen ihren Besitz zu sehen. Und das drückt sich nicht nur in Vergewaltigungen und sexuellen Übergriffen aus, sondern auch in sehr kleinen, kaum wahrnehmbaren Verhaltensmustern – auch bei uns selbst.

Auch wir bewundern den heroischen Mut von Tuğçe. Sie schritt ein gegen Sexismus und Gewalt gegen Frauen, wo andere einfach wegsahen. Sie soll uns daran erinnern, dass wir – egal wo wir sind – gegen jegliche Formen des Sexismus kämpfen müssen.

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