Say it loud and say it clear…

PotsdamTeachIn // …Refugees Are Welcome Here! Großes Teach-In an der Potsdamer Universität //

Von Christian, BWL, Universität Potsdam

Mit diesem Slogan begrüßte Chou Eben, Vertreter der Geflüchteten-Gruppe Refugees Emancipation, die Zuhörer*innen am vergangenen Mittwoch an der Uni Potsdam. Erst leise, dann noch einmal lauter, so dass das gesamte Foyer miteinstimmen konnte. Eingeladen hatte WAFFENDERKRITIK in Zusammenarbeit mit dem AStA zum Teach-In über die Situation der Geflüchteten und die Perspektiven ihrer Proteste. Ziel war es, Studierende über allgemeine Fakten, bestehende Projekte in Potsdam, sowie über politische Perspektiven zu informieren und sie damit auch zum Handeln zu bewegen. Als erstes erläuterte ein Vertreter des Flüchtlingsrates Brandenburg die Arbeit der Organisation als „Lobby“ für Ausgestoßene und ging gleichzeitig auf Möglichkeiten der Unterstützung durch Studierende ein. Im zweiten Redebeitrag wurden die Projekte von Refugees Emancipation in Potsdam und Brandenburg vorgestellt.

Einer der wichtigsten sind dabei die selbstverwalteten Internetcafés der Geflüchteten, die einerseits Zugang zu Computern und digitaler Kommunikation ermöglichen und andererseits einen selbstverwalteten Freiraum innerhalb der Lager darstellen. Betont wurde dabei, dass Unterstützung jederzeit erwünscht ist und Interessierte möglichst direkt mit den Menschen in Lagern oder deren Organisationen in Kontakt treten sollen. So kann erreicht werden, dass Projekte für Geflüchtete mit jenen zusammen organisiert und durchgeführt werden, die unmittelbar betroffen sind, um die Situationen Ausgeschlossener signifikant zu verbessern.

Im letzten Redebeitrag stellten wir als WAFFENDERKRITIK unsere politische Perspektive vor. Skizziert wurden die verzweifelten Versuche der Geflüchteten, für ihre Probleme Aufmerksamkeit in der Bevölkerung zu erregen, wobei sie ohne Rechte und fast ohne Lobby nur ihren eigenen Körper als Mittel des Protests haben. Das zeigte sich auch im letzten Jahr durch zahlreiche Hungerstreiks und sogar Suiziddrohungen, wie bei der Räumung der Gerhart-Hauptmann-Schule. Diese Problematik ließe sich lösen, wenn Gewerkschaften den Kampf der Geflüchteten als ihren eigenen verstehen würden und deren Forderungen mit Hilfe des Streikrechtes durchsetzten.

Zwischen den Referaten gab es spontane Äußerungen einiger Geflüchteter und Aktivist*innen, die die Veranstaltung nutzten, um Informationen zu Projekten vorzustellen oder von ihrer Situation zu berichten. Die Veranstaltung fand großen Anklang bei den Studierenden der Universität Potsdam und sogar bei einigen Auswärtigen. Im Großen und Ganzen waren 50 Interessierte durchgehend anwesend. Zusätzlich gab es viele Neugierige, die kurz stehen blieben, um die Diskussion zu verfolgen. Auch die gesammelten Spenden für Refugees Emancipation waren höher als erwartet.

In der abschließenden Diskussion wurde spürbar, dass ein deutliches Bedürfnis existiert, etwas an der Situation Geflüchteter zu ändern. Der Vorschlag, ein Aktionskomitee an der Uni Potsdam zu gründen, kam so auch aus den Reihen der anwesenden Studierenden. Die Idee lautete, Kräfte zu bündeln, um konkrete politische Aktionen an der Uni und darüber hinaus zu organisieren. Bereits wenige Tage später gab es ein Treffen mit zahlreichen Interessierten, so dass wahrscheinlich noch in diesem Semester ein weiteres Teach-In bevorsteht und in Zukunft auch größere Aktionen folgen können.

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s